Erstellt am Donnerstag, 18 Juni 2020

Training unter Wettkampfbedingungen – TSV-Leichtathletik wagt den Schritt in Normalität

Training unter Wettkampfbedingungen –  TSV-Leichtathletik wagt den Schritt in Normalität

Die Leichtathleten des TSV Bayer Dormagen blicken zufrieden auf eine Trainingsmaßnahme unter Wettkampfbedingungen zurück. Ab nächster Woche dürfen die TSV-Sportlerinnen und -Sportler zudem wieder in der Halle trainieren. Ein Überblick über den Status quo.

Es war ein erster Schritt zurück in die Normalität, auch wenn die Corona-Pandemie die Leichtathleten des TSV Bayer Dormagen unverändert stark einschränkt. Bei einer Trainingsmaßnahme unter Wettkampfbedingungen auf den Anlagen des FC Straberg sowie am Höhenberg testeten viele Sportlerinnen und Sportler am vergangenen Freitag und Samstag in mehreren Disziplinen ihre Form. 

"Die Veranstaltung ist sehr gelungen, die Athleten sind in guter Verfassung und wir arbeiten weiter daran", sagte Stützpunktleiter Dirk Zorn. Trainerkollege Peter Kurowski ergänzte: "Es war eine gute Standortbestimmung. Wir leben und funktionieren. Wir richten den Blick nach vorn."

Auch wenn auf Landesebene bis Ende August alle Meisterschaften abgesagt werden mussten, gibt es noch Ziele in dieser so außergewöhnlichen Saison. So sollen die Deutschen Meisterschaften in Braunschweig am 8./9. August unter veränderten Rahmenbedingungen stattfinden. Noch besteht Hoffnung, dass auch die Nachwuchsathleten ihre nationalen Titelkämpfe in Ulm im späten Herbst austragen können. Eine entsprechende Ausschreibung existiert jedoch noch nicht. Ebenso ist unklar, welche und wie viele Möglichkeiten existieren werden, Qualifikationsleistungen zu erbringen.  

Die bei der Trainingsmaßnahme gezeigten Leistungen werden in den offiziellen Listen geführt und würden somit für die Erfüllungen von Normen anerkannt. Der FC Straberg, der in Person von Sonja Christmann mit der Aufstellung eines mehrseitigen Hygienekonzeptes den größten Aufwand für die Verwicklung der Trainingsmaßnahme betrieben hatte, hatte einen Antrag an die Stadt Dormagen gestellt, welche diesem stattgab und so den Weg für die Veranstaltung freimachte. Kampfrichter dokumentierten die Leistungen, die Laufwettbewerbe wurden mit einer ordnungsgemäßen Zeitmessanlage durchgeführt.

Unter anderem Tanja Spill machte dabei nach 304 Tagen (!) ohne Wettkampf auf sich aufmerksam. Die zuletzt von einer hartnäckigen Fußverletzung geplagte 800-m-Läuferin erfüllte mit der hervorragenden Zeit von 2:05,27 Minuten die Norm für die DM. Auch U18-Athlet Xaver Hastenrath setzte mit der Kugel (15,32 m) und im Diskuswurf (47,49 m) Ausrufezeichen. 

Sabrina Schröder verbesserte ihre Bestleistung im Speerwurf auf 49,17 m, die Juniorin ist eine Kandidatin für Braunschweig. Tim Henseler verbuchte über die 110 m Hürden in 15,03 Sekunden einen Hausrekord, ebenso wie Samuel Claudy über die 100 m in 11,02 Sekunden. Beide erfüllten damit die Norm für eventuell stattfindende Deutsche Jugendmeisterschaften.

Weitere Ergebnisse des Events, bei dem zudem Hürdenläufe und Weitsprung auf dem Programm stand, sind hier zu finden. 

Wie die nächsten Wochen genau aussehen werden, ist offen. Immerhin ist die Zeit des Home Office mittlerweile vorbei. Bereits vor fünf Wochen durften die Dormagener Athleten für einstündige Einheiten wieder auf der TSV-Anlage am Höhenberg trainieren, ab dem kommenden Montag (22. Juni) ist auch Training in der Halle – selbstverständlich unter Einhaltung bestimmter Auflagen – wieder möglich. 

Abteilungsleiter Ralf Ruhrmann dankte allen Beteiligten für ihr Engagement in dieser außergewöhnlichen Zeit. "Die Corona-Krise stellte uns vor eine völlig neue Herausforderung: Wie schaffen wir es, einen Trainingsbetrieb, auch für den Leistungssport, aufrecht zu erhalten? Mein Dank gilt insbesondere den Trainern und Aktiven, die mit vielen individuellen und kreativen Lösungen Tolles geschafft haben!"

Ergebnisse

Archiv-Foto: Tanja Spill (bei einem Wettkampf vor Corona). (Copyright: Dirk Fusswinkel)

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Autor: ml