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Erstellt am Sonntag, 09 August 2020

"Geister-DM" in Braunschweig: Spill spurtet zu Silber

"Geister-DM" in Braunschweig: Spill spurtet zu Silber

Bei den unter außergewöhnlichen Umständen ausgetragenen Deutschen Meisterschaften in Braunschweig läuft Tanja Spill über ihre Paradedisziplin 800 m auf den zweiten Platz. Fabian Spinrath verpasste über dieselbe Distanz den Endlauf. 

Vollkommen entkräftet, aber sichtbar glücklich klatschte Tanja Spill im Ziel in beide Hände – die Athletin des TSV Bayer Dormagen durfte mehr als zufrieden sein. Nur wenige Augenblicke zuvor hatte die 800-m-Spezialistin bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig einen beherzten Schlussspurt hingelegt – und sich damit auf den letzten Metern in bärenstarken 2:02,07 Minuten auf den Silberrang gekämpft. Gold bei den unter außergewöhnlichen Umständen ausgetragenen Titelkämpfen ging an Seriensiegerin Christina Hering aus München. 

„Ich habe mit einer Medaille geliebäugelt. Dass es aber tatsächlich eine wird, das ist einfach super. Ich bin mehr als zufrieden“, sagte Spill wenige Minuten nach dem Zieleinlauf. Der mitgereiste Trainer Wilhelm Jungbluth äußerte sich begeistert: „Die Zeit ist bombig, sehr große Klasse. Die Platzierung ist nicht hoch genug einzuschätzen. Ich habe selten ein Finale gesehen, das so stark besetzt war.“

Die 24-Jährige, die in Dormagen von Jungbluth und auch Peter Kurowski betreut wird, hatte sich am Samstag als Zweite ihres hochkarätig besetzten Halbfinals in 2:07,07 Minuten für das Finale am Sonntag qualifiziert. 

Im Endlauf, in den Spill von der ungeliebten Innenbahn 1 gehen musste, hielt sich die Dormagenerin lange Zeit clever in der Mitte des Feldes. Während Hering sich vorne einen kleinen Vorsprung erkämpfte und die Angriffe der Konkurrenz stets parierte, lief sich die TSV-Athletin allmählich frei. Schon früh zog sie einen Sprint an und bog als Vierte auf die Zielgerade ein, dann ließ sie zwei Konkurrentinnen hinter sich und brachte sogar den Erfolg der favorisierten Hering (2:01,62 Minuten) noch in Gefahr. 

„Hinten raus war ich sehr platt. Aber unser Plan ist aufgegangen“, sagte Spill, die rund 230 m vor dem Ziel durch den Pfiff ihres Trainers Jungbluth „wachgerüttelt“ worden war. „Ich wusste: Wenn Willi pfeift, geht es auf jeden Fall“, sagte Spill. Sie ließ unter anderem die WM-Halbfinalistin Katharina Trost (2:02,27 Minuten, Platz drei/LG Stadtwerke München) sowie die Deutsche Juniorenmeisterin Majtie Kolberg (2:02,77 Minuten, Platz vier/LG Kreis Ahrweiler) hinter sich.

Angesichts ihrer Verletzungshistorie und mehrerer Rückschläge ist die Leistung noch höher einzuordnen. Erst im Juni hatte Spill unmittelbar nach der Corona-Zwangspause ihr Comeback nach fast einjähriger Wettkampfpause gegeben. Anhaltende Beschwerden nach einer hartnäckigen Fußverletzung hatten die 800-m-Läuferin lange Zeit außer Gefecht gesetzt, gleich bei ihrer Rückkehr erfüllte sie jedoch eindrucksvoll die Norm für die DM. 

Der zweite Dormagener Starter Fabian Spinrath verpasste am Samstag den Einzug in den Endlauf. In 1:54,74 Minuten belegte der Dormagener den letzten Platz im dritten Halbfinale. 300 m vor Schluss war er am gesamten Feld vorbeigezogen und lag auf der Zielgeraden immer noch in Führung. In der Folge musste er seinem Zwischenspurt jedoch Tribut zollen und blieb somit unter seinen Möglichkeiten. Zur Orientierung: Spinraths Saisonbestleistung liegt bei 1:51,37 Minuten, seine Bestleistung bei 1:49,68 Minuten. 

DM unter außergewöhnlichen Umständen

Die Titelkämpfe in Braunschweig hätten bereits Anfang Juni stattfinden sollen, mussten wegen der Corona-Pandemie jedoch verlegt werden. Dazu arbeitete der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) ein detailliertes Hygienekonzept aus. So waren im Eintracht-Stadion aufgrund der Corona-Schutzverordnungen in Niedersachsen nur 999 Personen zugelassen, normalerweise bietet das Stadion mit der blauen Laufbahn 24.406 Personen Platz.

Lediglich Athleten, Kampfrichter und wenige Trainer durften sich im Stadion aufhalten, Zuschauer waren ausgeschlossen. Die zweitägige Veranstaltung war in vier Sessions unterteilt, jeweils eine Vormittags- und eine Nachmittagssession am Samstag und Sonntag. Nach Abschluss jeden Blocks waren Athleten und Betreuer aufgefordert, das Stadion zu verlassen. 

Im Vorfeld mussten die 477 gemeldeten Teilnehmer und ihre Betreuer sich mit einem Ausweis registrieren, im Stadion musste ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, auf den die Athleten während der Wettkämpfe allerdings verzichten durften. Beim Einlass wurde eine Temperaturmessung durchgeführt, zudem musste jede Person einen Corona-Fragebogen ausfüllen.

Es fanden alle üblichen Disziplinen statt. In den ersten Planungen waren die längeren Laufstrecken und Staffelrennen nicht im Programm aufgeführt. Nach einer Überarbeitung des Konzeptes und entsprechenden Lockerungen des Landes Niedersachsen wurde diese Entscheidung durch den DLV jedoch revidiert. 

Ergebnisliste

Archiv-Foto: Tanja Spill. (Copyright: Dirk Fusswinkel)

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Autor: ml

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