Erstellt am Samstag, 30 Oktober 2004

TSV Bayer unterliegt in Friesenheim in letzter Sekunde

Selten hat Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen in den letzten Jahren derart unglücklich und unverdient beide Punkte abgeben müssen. Denn am 8. Spieltag der 2. Bundesliga Süd ereilte die Rheinländer beim Gastspiel in Ludwigshafen der "knock out" prakti Selten hat Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen in den letzten Jahren derart unglücklich und unverdient beide Punkte abgeben müssen. Denn am 8. Spieltag der 2. Bundesliga Süd ereilte die Rheinländer beim Gastspiel in Ludwigshafen der "knock out" praktisch in letzter Sekunde, als Michael Baus, Linksaußen der gastgebenden TSG Friesenheim, den Ball zum 28:27-Siegtreffer für die Pfälzer im Dormagener Tor unterbrachte.

Und dabei schienen die Dormagener, aller Widrigkeiten an diesem Tage zum Trotz, tatsächlich zehn Sekunden vor dem Ende am Ziel ihrer Träume, sprich endlich einen Punkt aus Ludwigshafen zu entführen. Doch am Ende war es wie in den vergangenen zwei Jahren zuvor auch: Jubel bei den "Eulen", Frust bei den Dormagenern.

In den letzten Minuten überschlugen sich vor nur 600 Zuschauern im weiten Rund der Friedrich-Ebert-Halle die Ereignisse. Den Dormagern gelang es durch großen kämpferischen Einsatz in den letzten 120 Sekunden einen 25:27-Rückstand tatsächlich noch in ein 27:27 zu verwandeln. Und nach der Auszeit der Gastgeber brachte es Nils Meyer sogar fertig, rund zehn Sekunden vor dem Abpfiff den Dormagenern den erneuten Ballbesitz zu erkämpfen.

Doch der TSV, namentlich in Person von Martin Baekhoej wollte zuviel. Der Däne riskierte einen langen Pass nach vorne, den die Friesenheimer abfangen konnten. Der Ball fand den Weg zum auf Rechtsaußen freistehenden Isländer Fridjonsson, der allerdings den Ball an TSV-Torhüter Matthias Reckzeh und am Tor vorbei warf. Doch anstatt im Toraus landete das Leder wie eingangs erwähnt bei Linksaußen Baus, der sich die einmalige Chance nicht entgehen ließ und den Ball ins leere Tor beförderte.

Dieses Siegtor war das Ende einer Verkettung von Widrigkeiten und unglücklichen Ereignissen, die die Dormagener praktisch seit der Abreise am heimischen Höhenberg begleitete.

Zunächst bescherte ein Unfall auf der A 61 bei Heimerzheim dem TSV-Troß eine über vierstündige Abfahrt, dann fällte das Mainzer Schiedsrichtergespann Dang/Zacharias zwei eklatante Entscheidungen gegen den TSV. Denn sowohl Oliver Tesch in der 25. Minute, als auch Kjell Landsberg in der 33. Minute wurden mit der Roten Karte und somit einer Disqualifikation bedacht. Somit sah sich der TSV unverdientermaßen beider Kreisläufer und Abwehrstrategen beraubt.

Doch die Dormagener bewiesen Moral und ließen sich auch von weiteren fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen nicht aus der Ruhe bringen. Rainer Hantusch, mit sechs Treffern aus dem Rückraum gefährlichster Dormagener Angreifer, rückte nun auf die verwaiste Kreisläuferposition und Torhüter Joachim Kurth entnervte ein ums andere Mal die gegnerischen Schützen. Allen voran Olympiasieger Lew Woronin auf Rechtsaußen dürfte selten so oft freistehend an einem Torhüter gescheitert sein wie an diesem Abend.

Doch das Ende ist bekannt und die Dormagener mussten ohne Punkte die nun staufreie Rückreise antreten. "Wir haben nie aufgegeben und sind nicht untergegangen, das war positiv. Aber wir dürfen natürlich am Ende nicht den Ball nicht wieder hergeben und uns selbst um den verdienten Punkt bringen", gab TSV-Trainer Kai Wandschneider enttäuscht zu Protokoll.

Für den TSV stehen nun zwei schwere Heimpartien auf dem Programm. Zunächst kommt es am kommenden Mittwoch (20.00 Uhr, TSV Bayer Sportcenter) in der 3. Runde des DHB-Pokals zum interessanten Süd-Nord-Vergleich mit der Ahlener SG, dem momentanen Tabellenzweiten der 2. Liga Nord.

Am Samstag (18.30 Uhr, TSV Bayer Sportcenter) empfängt der TSV Bayer in der Liga dann mit der SG Willstätt/Schutterwald einen Tabellennachbarn. Eintrittskarten für beide Partien sind ab Dienstag in der TSV-Geschäftsstelle und der City-Buchhandlung erhältlich.

Die Spielstatistik:

TSG Friesenheim - TSV Bayer Dormagen 28:27 (15:14)

TSG: Stange (n.e.), Beck; Bachmann (n.e.), Fridjonsson (3), Baus (4/2), Laubscher (3), Weiß, de Hooge (2), Scheurer (8), Spettmann (2), Bühler, Kibat (2), Brahm (1), Woronin (3/1); Trainer: Aleksandr Rymanov.

Dormagen: Kurth, Reckzeh (ab 57. und bei zwei 7m); Plaz (3), Kopeinigg (3), Meyer (5), Hantusch (6), Baekhoej, Sieberger, Wernicke (1), Aschenbroich (2), Tesch, Koke (2/1), Lochtenbergh (4), Landsberg (1); Trainer: Kai Wandschneider.

SR: Dang/Zacharias (Mainz). - Z: 600. - Zeitstrafen: 12:12 Minuten (Weiß/zweimal, Fridjonsson, Scheurer, Spettmann, Bühler - Hantusch, Aschenbroich, Koke, Lochtenbergh und Rote Karten Tesch/25. und Landsberg/33. wegen Foulspiels). - Siebenmeter: 5/3:2/1 (Kurth hält gegen Woronin/14., Reckzeh hält gegen Baus/53. - Lochtenbergh an die Latte/38.). - Spielfilm: 2:0 (4.), 4:2 (7.), 6:4 (10.), 8:5 (11.), 11:7 (17.), 12:8 (17.), 13:10 (21.), 14:11 (23.), 14:14 (30.), 15:14 - 15:16 (32.), 18:19 (41.), 20:20 (45.), 22:22 (47.), 24:25 (52.), 27:25 (58.), 27:27 (59.), 28:27 (60.).

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Autor: TsvBayerDormagen