Erstellt am Sonntag, 07 November 2004

Nachbericht aus der Ortenau

Nachbericht aus der Ortenau
SG W/S Angriff "zerschellt" an Bayer-Abwehrbollwerk




Dormagen (UK). Es sollte im Rheinland keine so hohe Niederlage wie in der Vorsaison (21:34) mehr geben. Doch die SG Willstätt/Schutterwald verlor beim Tabellendritten TSV SG W/S Angriff "zerschellt" an Bayer-Abwehrbollwerk

Dormagen (UK). Es sollte im Rheinland keine so hohe Niederlage wie in der Vorsaison (21:34) mehr geben. Doch die SG Willstätt/Schutterwald verlor beim Tabellendritten TSV Bayer Dormagen deutlich mit 22:32 (8:18), wobei das Spiel schon zur Pause entschieden war. Mit der dritten Niederlage innerhalb von sieben Tagen in Liga und Pokal erwartet Trainer Dragan Markovic vor dem Spiel am Freitag gegen Spitzenreiter Melsungen/Böddiger viel Aufbauarbeit.

Die Rheinländer hatten mit einer offensiven 3-2-1 Deckungsvariante, bei der Peter Sieberger als vorderster Mann früh störte, ein Abwehrbollwerk errichtet, an dem die SG W/S-Angreifer regelrecht zerschellten. Beide Mannschaften fanden sehr schwer ins Spiel. Nach vier Spielminuten stand es durch ein Tor des ehemaligen SG-Spielers Matthias Aschenbroich erst 1:0 für Dormagen. Auch bis zur 13. Minute hielt sich der Rückstand mit 3:5 noch in Grenzen. Doch es war schon abzusehen, dass die SG-Angreifer keine Mittel gegen die aggressive Dormagener Abwehr fanden. Einzig der Franzose OliviÈr Engel konnte sich bis zu diesem Zeitpunkt als Torschütze eintragen. Der slowakische Nationalspieler Martin Valo, der wegen einer Operation am Daumen für mindestens vier Wochen ausfällt, wurde mit seiner wendigen Spielweise schmerzlich vermisst. Dann kam ein deutlicher Einbruch im Spiel der SG. Innerhalb von fünf Minuten erhöhte der Gastgeber auf 10:3 (18.) und nutzte zahlreiche technische Fehler der SG-Angreifer konsequent zu erfolgreichen Gegenstößen. Selbst in Überzahl und bei Gegenstößen fand die Markovic-Sieben nicht den Weg ins gegnerische Tor. Aber auch in der Abwehr waren die Ortenauer lange Zeit zu harmlos. Bis Mitte der zweiten Halbzeit gab es für den Gast nur eine Zeitstrafe, während die Rheinländer sechs Mal in Unterzahl spielen mussten. Über 12:6 (25.) erhöhte Dormagen den Vorsprung bis zur Halbzeit auf 18:8. Bezeichnend fiel der letzte Treffer vor der Pause aus einem direkten Freiwurf.

Mit diesem Ergebnis war das Spiel praktisch schon entschieden. Während Dormagen weiter kämpfte, versuchte die SG W/S Ergebniskosmetik zu betreiben. Dies führte aber nicht zum gewünschten Erfolg. Zwar wurde die zweite Halbzeit unentschieden gestaltet, aber der große Rückstand hatte Beine und Köpfe der SG-Spieler gelähmt. 1240 Zuschauer im modernen Bayer Sportcenter erlebten eine Galavorführung ihrer Mannschaft. Über 25:16 (46.) und 29:20 strebte die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider einem sicheren 32:22 Heimspielerfolg entgegen.

"Mit ihrem offensiven Deckungssystem hat uns Bayer früh den Zahn gezogen," zeigte sich anschließend der sportliche Leiter Armin Emrich enttäuscht über den Verlauf der ersten Halbzeit. Er bemängelte zudem das Auslassen einiger freien Chancen und die vielen einfachen Fehler im Angriff. "Bayer hat uns mit der zweiten Phase überrollt, der 10 Tore Rückstand war anschließend nicht mehr aufzuholen," war Emrich froh, dass die zweite Halbzeit wenigstens ausgeglichen gestaltet werden konnte. Für Trainer Dragan Markovic war es das schlechteste Spiel der Saison.

"Zu viele Fehler, viel zu ideen- und kraftlos haben wir agiert," bemängelte der Bosnier, der gegen Dormagen als Spieler immer Ausrufezeichen setzte, die Aktionen der Mannschaft. Anscheinend haben aber auch die zwei Begegnungen gegen Kornwestheim, zuletzt im Pokal sogar mit Verlängerung, viel Kraft gekostet. Und außer Martin Valo, der verletzt zu Hause blieb, gingen mit Vlatko Mitkov (Oberschenkel), Thorsten Kantimm (Schulter) und OliviÈr Engel (Wade) drei weitere Spieler angeschlagen ins Spiel.

Mit einem ausgeglichenen Punkt- und Torverhältnis steht die SG W/S nun im Mittelfeld der Tabelle, nachdem vor einer Woche noch Rang drei möglich war. Dormagen hingegen festigte diese Position und bleibt somit engster Verfolger des Spitzenduos aus Melsungen und Kronau.

Die Spielstatistik:

TSV Bayer Dormagen - SG Willstätt/Schutterwald 32:22 (18:8)

Dormagen: Kurth, Reckzeh (bei zwei 7m); Plaz (1), Kopeinigg (4), Meyer (7), Hantusch, Baekhoej (3), Sieberger (1), Wernicke, Aschenbroich (4), Tesch, Koke (4), Lochtenbergh (7/2), Landsberg (1); Trainer: Kai Wandschneider.

Willstätt: Zoubkoff, Leutner (ab 53.); Engel (5), Kempf (4/2), Kantimm, Heuberger (4), Bitterlich (2), Helm, Mitkov (3), Winnen (4/2), Erb; Trainer: Dragan Markovic.

SR: Ludwig/Pitterling (Hattersheim/Großkrotzenburg). - Z: 1.240. - Zeitstrafen: 12:2 Minuten (Landsberg/dreimal - Disqualifikation/50., Kopeinigg/zweimal, Lochtenbergh - Engel). - Siebenmeter: 2/2:3/3. - Spielfilm: 2:0 (5.), 2:2 (7.), 5:2 (12.), 5:3 (12.), 10:3 (17.), 12:4 (20.), 12:6 (24.), 13:7 (25.), 16:7 (28.), 18:8 (30.) - 19:8 (31.), 21:10 (34.), 24:12 (41.), 25:13 (44.), 25:17 (47.), 28:20 (52.), 31:20 (56.), 32:21 (58.), 32:22 (60.).

Udo Künster

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Autor: TsvBayerDormagen