Erstellt am Montag, 22 November 2004

Bericht aus der "Thüringer Allgemeine"

Bericht aus der "Thüringer Allgemeine"
Nach einer enttäuschenden zweiten Halbzeit hat Handball-Zweitligist ThSV Eise-nach beim Tabellendritten Bayer Dormagen die Serie peinlicher Auftritte fortgesetzt. Am Ende hagelte es eine herbe 19:31-Niederlage.


DORMAGEN (tl). Dabei begannen die Nach einer enttäuschenden zweiten Halbzeit hat Handball-Zweitligist ThSV Eise-nach beim Tabellendritten Bayer Dormagen die Serie peinlicher Auftritte fortgesetzt. Am Ende hagelte es eine herbe 19:31-Niederlage.

DORMAGEN (tl). Dabei begannen die Thüringer vor 1300 Zuschauern im Bayer-Sportcenter selbstbewusst und mit einigen passablen Spielzügen. Mehrfach lagen die Wartburgstädter in Führung, beim 6:8 in der 21. Minute sogar mit zwei Toren. Doch dann lud das risikovolle Angriffsspiel (Grgic!) die Gastgeber immer wieder zu verheißungsvollen Kontern ein, die diese auch prompt zur 12:10-Pausenführung nutzten.

Nach dem Wechsel präsentierte sich der ThSV als ein einziges Torso, als Mannschaft ohne Leben. Höhepunkt - besser: Tiefpunkt - des grausamen Spiels war die 48. Minute. Beim Stand von 25:15 für die Westdeutschen konnten die Eisenacher nicht einmal aus einem 6:3 (!)-Überzahlspiel Kapital schlagen. Göhl scheiterte und im Gegenzug erhöhten drei Dormagener gegen eine komplette ThSV-Mannschaft auf 26:15. Da wandte sich auch der Ex-Eisenacher Sergio Casanova, der sich unter die ledensfähigen Thüringer Fans gemischt hatte, kopfschüttelnd ab. Wer von denen geglaubt hatte, das peinliche Gastspiel von Balingen (24:33) vor vier Wochen, das Ex-Trainer Zlatko Feric den Job kostete, sei nicht mehr zu unterbieten, musste sich eines Besseren belehren lassen. Es ging gestern tatsächlich noch schlechter, noch peinlicher.

Einziger Lichtblick in einer völlig desolaten Mannschaft war ausgerechnet Stefan Kneer. Dabei war der Jugend-Nationalspieler erst in der Nacht vor dem Spiel vom dreitägigen Auswahl-Lehrgang und zwei Länderspielen gegen Tschechien nach Eisenach zurückgekehrt. Mit fünf Toren war der 18-Jährige gestern zugleich bester Werfer der harmlosen ThSV-Sieben.

Dem fassungslosen Spielertrainer Runar Sigtryggsson blieb am Ende nur ein ernüchterndes Fazit. "26 Minuten lang sind wir als Mannschaft aufgetreten, danach sind wir völlig auseinandergebrochen", sagte der 32-Jährige. Sein Dormagener Kollege Kai Wandschneider nannte die wesentlichen - und entscheidenden - Unterschiede im Auftreten beider Mannschaften. "Hier in Dormagen haben wir über Jahre eine Truppe mit Kampf- und Teamgeist aufgebaut, von der wir in der Zukunft noch einiges erwarten dürfen." Er meinte damit den Wiederaufstieg in die erste Liga.

Ein Ziel, von dem der ThSV - jetzt Tabellenzehnter mit einem Punkt vor Werratal - weiter denn je entfernt ist. Besonders schlimm: Nicht einmal eine Rückkehr zu den alten Eisenacher Tugenden scheint derzeit möglich sein.

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Autor: TsvBayerDormagen