Erstellt am Montag, 22 November 2004

Bericht aus der "Südthüringer Zeitung"

Bericht aus der "Südthüringer Zeitung"
DORMAGEN - Trotz der ungewöhnlichen Anwurfzeit am Sonntagabend zeigten sich beide Vertretungen fit. In der Anfangsphase bestimmten die Thüringer die Szenerie und nutzten die Fehler des nervös beginnenden Tabellendritten konsequent aus. Grgic markierte das DORMAGEN - Trotz der ungewöhnlichen Anwurfzeit am Sonntagabend zeigten sich beide Vertretungen fit. In der Anfangsphase bestimmten die Thüringer die Szenerie und nutzten die Fehler des nervös beginnenden Tabellendritten konsequent aus. Grgic markierte das 3:1 (6.) für die Eisenacher. In der Folge stellte sich die offene TSV-Abwehr besser auf den ThSV-Angriff ein, der allerdings seine Linie verlor und sich häufiger in Zweikämpfe verstrickte anstatt wie in den Anfangsminuten den Ball laufen zu lassen. In Unterzahl kassierten die Wartburgstädter den Ausgleich und wenig später gar den 5:6-Rückstand (15.). In dieser Phase erwies sich ThSV-Schlussmann Jerkovic mehrfach als sicherer Rückhalt und parierte neben einigen Wüfen auch einen Siebenmeter (10.). Auf der Gegenseite war Andrej Kastelic vom Siebenmeterpunkt erfolgreich und erneut in Unterzahl, Latchimy wurde auf die Sünderbank beordert, erzielte Stefan Kneer die 8:6-Führung (21.).

In den folgenden Minuten gelang es trotz mehrfacher Möglichkeiten nicht, sich weiter abzusetzen, und Eisenach baute damit die sehr engagierten Hausherren auf. Trotz Auszeitzeit gelang es ThSV-Spielertrainer Runar Sigtryggsson nicht, seine Männer zu disziplinieren. Die Außen wurden nicht ins Spiel einbezogen, Kreisläufer Harvard Augensen bekam kaum einen Ball zu fangen und begnügte sich wie Danjiel Grgic mit Alibihandball. So gingen die Eisenacher anstatt mit einer Führung mit einem 10:12-Rückstand in die Pause.

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Schlafmittel im Pausentee

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Im Pausentee der Wartburgstädter schien ein starkes Schlafmittel gewesen zu sein, denn die Männer um Kapitän Grgic verschliefen zunächst die Startphase, um dann in ein Debakel zu schlitterten. Vor den 1300 Zuschauern präsentierten sich die Westthüringer als Mannschaft ohne Biss und ohne Charakter. Nach dem 14:19 (37.) war der Widerstand der Eisenacher von den Dormagenern, die sich in einen Rausch spielen durften, gebrochen. Es fand sich kein erfahrener Akteur, der das ThSV-Spiel in die Hand nahm. Im Gegenteil, es waren vor allem die Routinierten, die im Bayer-Sportcenter versagten. Bernard Latchimy wirkte einmal mehr wie ein Fremdkörper in der ThSV-Abwehr und kassierte durch dumme Fouls seine beiden Zeitstrafen.

Lediglich ThSV-Schlussmann Karsten Lehmann und der junge Stefan Kneer, der zuvor vier Tage mit der Junioren-Nationalmannschaft unterwegs war, bäumten sich gegen die herbe Blamage. Peinlich die Vorstellung, als die Hausherren mit nur drei Akteuren auf dem Feld standen und die Eisenacher den Ball nicht im Tor unterbrachten (zweimal Kneer und Göhl). Zum Entsetzen der kleinen treuen ThSV-Fangruppe kassierten sie gar einen Gegentreffer zum 26:15 (48.) Sigtryggsson schickte in der Schlussphase den jungen Maik Ehrhardt für den glücklosen Kastelic aufs Parkett und Till Rieh führte Regie, zeigte sich aber noch überfordert. Alles in allem ein Auftritt der Eisenacher, der so schnell nicht wieder gutzumachen ist. (lr)

Eisenach: Jerkovic (1. bis 36.), Lehmann (ab 36.); Kneer (5) , Sigtryggsson, Augensen (1), Riehn, Ehrhardt (1), Emmelmann (n.e.), Latchimy, Grgic (3), Göhl (2), Kastelic (3/3), Szep-Kis (4)

Schiedsrichter: Damian/Wenz (Bingen/Mainz) - Zuschauer: 1320 - Siebenmeter: Dormagen 3/2, Eisenach 5/3 - Zeitstrafen: Dormagen 5, Eisenach 4

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Autor: TsvBayerDormagen