Erstellt am Mittwoch, 01 Dezember 2004

TSV Bayer liefert Erstligist Nordhorn tollen Pokalfight

TSV Bayer liefert Erstligist Nordhorn tollen Pokalfight
Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen unterlag in eigener Halle nach einem tollen Fight im Achtelfinale des DHB-Pokals gegen den Erstligavierten HSG Nordhorn mit 26:27 (Halbzeit: 13:13) und verpasste denkbar knapp eine Pokalsensation.


Jung-Nat Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen unterlag in eigener Halle nach einem tollen Fight im Achtelfinale des DHB-Pokals gegen den Erstligavierten HSG Nordhorn mit 26:27 (Halbzeit: 13:13) und verpasste denkbar knapp eine Pokalsensation.

Jung-Nationalspieler Holger Glandorf bewahrte drei Sekunden vor dem Abpfiff mit einem verwandelten Freiwurf zum 27:26 den Bundesligisten aus Niedersachsen vor einer möglichen Verlängerung. Vor 1.288 Zuschauern im TSV Bayer Sportcenter boten die unterklassigen Dormagener dem Favoriten über die gesamte Spielzeit Paroli und lieferten eine begeisternde Leistung ab.

"Wir haben überlebt, das ist alles. Ich glaube, wir hatten den Sieg nicht verdient, Dormagen muss man zu der Leistung gratulieren", zeigte sich Nordhorns Trainer Ola Lindgren unzufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft.

Und die hatte bei einer 9:5-Führung nach 15 Minuten das Spiel offensichtlich schon als gewonnen abgehakt. Doch die Dormagener kamen nach der Auszeit ihres Trainers Kai Wandschneider wieder zurück ins Spiel. Nordhorn kassierte durch Undiszipliniertheiten (Meckern von Ursic), Foulspiel (Arrhenius) und einen Wechselfehler (Machulla) drei Zeitstrafen am Stück, die der Zweitligist konsequent ausnutzte und sogar mit 10:9 in Führung gehen konnte.

Mit einem 13:13 ging es in die Halbzeitpause, aus der die Gastgeber ihren Schwung aus der Schlussphase von Hälfte eins weiter mitnehmen konnten. Bis Mitte der 2. Hälfte blieb das Rennen offen, dann konnten die Rheinländer mit drei Treffern in Folge sogar eine 23:21-Führung erzielen. Dormagens Linkshänder Matthias Aschenbroich hatte wenig Respekt vor Weltklassetorhüter Peter Gentzel und erzielte insgesamt sieben Treffer. Doch der Vorsprung schmolz schnell wieder dahin, die HSG markierte vier Treffer in Folge und wähnte sich beim Stand von 23:25 (55.) endgültig im Viertelfinale.

Doch angetrieben von der stimmungsvollen Kulisse gaben sich die Gastgeber nicht auf und kamen durch einen Tempogegenstoß von Kjell Landsberg sogar noch zum 26:26-Ausgleich. Die Zuschauer hatten sich längst von ihren Sitzen erhoben und zitterten mit ihrer Mannschaft um die mögliche Verlängerung. Doch die letzten eineinhalb Minuten bleiben die Nordhorner in Ballbesitz und bekamen jenen "verhängnisvollen" Freiwurf kurz vor Schluss zugesprochen.

So blieb die Pokalsensation aus, auch weil Nationalspieler Holger Glandorf im entscheidenden Moment seine Klasse demonstrierte, und vier seiner insgesamt fünf Treffer in den letzten neun Minuten erzielte.

Für die Dormagener, die neben Aschenbroich in Torhüter Joachim Kurth und Rechtsaußen Tobias Plaz ihre auffälligsten Akteure hatten, blieb die Erkenntnis, ein Klassespiel gezeigt zu haben und offensichtlich für den kommenden Freitag gut gerüstet zu sein.

Dann erwartet der TSV um 20.00 Uhr im TSV Bayer Sportcenter zum Zweitliga-Schlagerspiel den Bundesliga-Absteiger und Mitaufstiegsfavoriten SG Kronau/Östringen. Beim Duell Dritter gegen Zweiter muss allerdings Michael Kopeinigg zu schauen. Der österreichische Rückraumspieler des TSV verletzte sich Anfang der 2. Halbzeit schwer an der rechten Schulter und wird seiner Mannschaft wohl einige Monate nicht zur Verfügung stehen.

Die Spielstatistik:

TSV Bayer Dormagen - HSG Nordhorn 26:27 (13:13)

Dormagen: Kurth, Reckzeh (bei zwei 7m); Plaz (5), Kopeinigg (2), Meyer (2), Baekhoej (3), Sieberger (1), Wernicke (n.e.), Aschenbroich (7), Tesch, Koke, Lochtenbergh (4/3), Landsberg (2); Trainer: Kai Wandschneider.

Nordhorn: Gentzel, Larsson (n.e.); Machulla (6/1), Ursic (1), Arrhenius (2), Filip (8/1), Glandorf (5), Przybecki (3), Vranjes, Leissink (n.e.), Schumann, FranzÈn (2), Bult; Trainer: Ola Lindgren.

SR: Dang/Zacharias (Mainz). - Z: 1.288. - Zeitstrafen: 8:12 Minuten (Kopeinigg, Meyer, Sieberger, Landsberg - Machulla/zweimal, Ursic, Arrhenius, Glandorf, Schumann). - Siebenmeter: 5/3:4/2 (Gentzel hält gegen Lochtenbergh/13. und Koke/14. - Reckzeh hält gegen Filip/30 und Machulla/46.) - Spielfilm: 1:0 (2.), 1:2 (4.), 4:4 (11.), 5:5 (12.), 5:9 (15.), 10:9 (21.), 10:10 (25.), 12:11 (27.), 12:13 (29.), 13:13 (30.) - 14:13 (32.), 14:15 (33.), 16:16 (36.), 19:19 (41.), 20:21 (44.), 23:21 (51.), 23:25 (55.), 24:26 (58.), 26:26 (59.), 26:27 (60.).

DruckenE-Mail
Autor: TsvBayerDormagen