Erstellt am Samstag, 04 Dezember 2004

TSV Bayer gewinnt Spitzenspiel gegen Kronau/Östringen

TSV Bayer gewinnt Spitzenspiel gegen Kronau/Östringen
"Es war ein Triumph des Willens, ein Sieg der größeren Leidenschaft", gab ein erleichterter Kai Wandschneider zu Protokoll. Für den 45-jährigen Trainer des TSV Bayer Dormagen war es auch persönlich ein Triumph, mit seiner jungen Mannschaft das Spitzenspie "Es war ein Triumph des Willens, ein Sieg der größeren Leidenschaft", gab ein erleichterter Kai Wandschneider zu Protokoll. Für den 45-jährigen Trainer des TSV Bayer Dormagen war es auch persönlich ein Triumph, mit seiner jungen Mannschaft das Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga Süd gegen der favorisierten Bundesliga-Absteiger SG Kronau/Östringen mit 28:27 (Halbzeit: 13:13) gewonnen zu haben.

Und so widerlegten die Rheinländer alle Skeptiker, die einen zu großen Kräfteverschleiß bedingt durch das Pokal-Achtelfinale gegen den Erstligisten HSG Nordhorn drei Tage zuvor an gleicher Stätte befürchtet hatten.

Doch im Gegensatz zur unglücklichen 26:27-Niederlage vom Dienstag, wo es zur Halbzeit ebenfalls 13:13-Remis stand, jubelten diesmal die Dormagener über einen hauchdünnen Erfolg im Duell Dritter gegen Zweiter.

Zumindest in den ersten zehn Minuten sahen sich jene Skeptiker unter den 1.670 Zuschauern im gut gefüllten TSV Bayer Sportcenter bestätigt. Der Aufstiegsmitfavorit aus dem Kraichgau führte zwischenzeitlich mit drei Toren (3:6, 9. Minute) und hatte dann in Überzahl per Siebenmeter die Chance, sich weiter abzusetzen. Doch Kai Wandschneider bewies an diesem Abend erstmals ein gutes Händchen und schickte Joachim Kurth für Matthias Reckzeh zum Strafwurf zwischen die Pfosten. Der 34-jährige Routinier der Dormagener gewann das Duell gegen Kronaus Linksaußen Andreas Blank, blieb anschließend im Tor, und sorgte so für eine Art Initialzündung bei den Gastgebern.

So kam der TSV anschließend durch Nils Meyer zunächst zum 4:6-Anschlusstreffer (13.), ehe die große Zeit des Rainer Hantusch begann. Der mit 2,04 Meter längste Akteur des TSV nutzte seine Chance und erzielte fünf seiner insgesamt sechs Treffer zwischen der 14. und 30. Minute. Hantusch war es auch, der zum 13:13-Pausenstand traf und den TSV wieder mit ins Spiel zurück brachte.

Spannung und Dramatik nahmen in Hälfte zwei weiter zu und die Partie entwickelte sich endgültig zu einem echten Spitzenspiel. Auch den Ausfall von Michael Kopeinigg, der sich im Pokalspiel schwer an der Schulter verletzte, konnten die Dormagener besser kompensieren als gedacht. So rutschte der erst im November verpflichtete Linkshänder David Breuer in den Kader, der prompt zu seinem ersten Bundesligaspiel kam. Und das hätte für den erst 22-jährigen Studenten, der vom Oberligisten BTB Aachen nach Dormagen kam, kaum besser laufen können. Zunächst ein tolles Anspiel von Außen auf den frei stehenden Kjell Landsberg, der vom Kreis zum 23:23 (49.) vollendete, dann erzielte Breuer per Gegenstoß sogar sein erstes Pflichtspieltor für sein neues Team. Doch diese Führung zum 26:25 sieben Minuten vor Schluss war wieder nur von kurzer Dauer, denn die "Kröstis" konnten sich durch Matthias Polifka und den achten Treffer von Grigorios Sanikis die Führung zurückholen.

Mit einem Sololauf sorgte Nils Meyer vier Minuten vor dem Ende für den 27:27-Ausgleich, ehe nach Hantusch und Breuer Wandschneiders dritter "Joker" die Halle endgültig zum Tollhaus machte. Torhüter Joachim Kurth, der seine dritte starke Partie innerhalb einer Woche ablieferte, pokerte beim Siebenmeter gegen Sanikis hoch und gewann. Der Keeper blieb auf der Linie stehen und entschied mit seinem dritten gehaltenen Strafwurf das Nervenduell gegen den griechischen Nationalspieler für sich.

Kreisläufer Oliver Tesch sorgte nach tollem Anspiel von Alexander Koke schließlich für den verdienten 28:27-Siegtreffer, und das bereits mehr als zwei Minuten vor dem Abpfiff. Doch die Badener verstanden es in der Restspielzeit nicht, ihre wurfgewaltigen Rückraumspieler Sanikis und Jurasik in Position zu bringen, so dass die Gastgeber ihren knappen Vorsprung mit Glück und Geschick ins Ziel brachten.

Die Spielstatistik:

TSV Bayer Dormagen - SG Kronau/Östringen 28:27 (13:13)

Dormagen: Kurth (ab 12.), Reckzeh; Plaz, Breuer (1), Meyer (2), Hantusch (6), Baekhoej, Sieberger, Wernicke (4), Aschenbroich (3), Tesch (2), Koke (2), Lochtenbergh (7/1), Landsberg (1); Trainer: Kai Wandschneider.

Kronau: Hrafnkelsson (ab 43.), Kolpak; Weber (3), Gensheimer (1), Viktorsson, Werum, Meiser (n.e.), Häusler, Blank (4/2), Jurasik (7), Sanikis (8/4), Hauck (2), Polifka (2), Löhr (n.e.); Trainer: FrÈdÈric Volle.

SR: Endres/Fuchs (Oberursel/Niedernhausen). - Z: 1.670. - Zeitstrafen: 16:14 Minuten (Landsberg/dreimal - Disqualifikation/52., Plaz, Meyer, Aschenbroich, Tesch, Koke -Viktorsson/zweimal, Sanikis/zweimal, Werum, Jurasik, Hauck). - Siebenmeter: 3/1:9/6 (Lochtenbergh scheitert an Kolpak/2. und wirft an den Pfosten/49. - Kurth hält gegen Blank/12., Jurasik/15. und Sanikis/57.) - Spielfilm: 0:1 (1.), 2:4 (5.), 3:6 (9.), 5:7 (14.), 7:7 (16.), 10:9 (24.), 11:12 (28.), 12:13 (30.), 13:13 (30.) - 13:15 (34.), 15:17 (36.), 18:17 (39.), 18:19 (40.), 21:23 (46.), 23:23 (49.), 24:25 (51.), 26:25 (53.), 26:27 (54.), 27:27 (56.), 28:27 (58.).

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Autor: TsvBayerDormagen