Erstellt am Samstag, 18 Dezember 2004

TSV Bayer kämpft Balingen-Weilstetten mit 30:29 nieder

TSV Bayer kämpft Balingen-Weilstetten mit 30:29 nieder
Der Freitags-Krimi ist eine in deutschen Landen längst lieb gewonnene Einrichtung. Wer sich am letzten Wochenende vor Weihnachten für "Der Alte" im ZDF entschieden hatte, der verpasste im TSV Bayer Sportcenter zu Dormagen einen wahren Handball-Krimi, der Der Freitags-Krimi ist eine in deutschen Landen längst lieb gewonnene Einrichtung. Wer sich am letzten Wochenende vor Weihnachten für "Der Alte" im ZDF entschieden hatte, der verpasste im TSV Bayer Sportcenter zu Dormagen einen wahren Handball-Krimi, der die Zuschauer bis zur letzten Sekunde in Atem hielt.

Denn im Spitzenspiel des 15. Spieltags der 2. Handball-Bundesliga Süd zwischen dem Tabellendritten TSV Bayer Dormagen und dem Fünften HBW Balingen-Weilstetten bekam der Handball-Fan alles geboten, was diesen Sport so attraktiv macht - und das vor der Saisonrekordkulisse von 2.036 Besuchern.

Am Ende triumphierten die seit Wochen mit Höchstleistungen aufwartenden Dormagener, die mit dem 30:29 (Halbzeit: 13:14) nach Punkten sogar zum Tabellenzweiten SG Kronau/Östringen aufschließen konnten.

Dass es letztlich noch den siebten Heimsieg für die Rheinländer gab, schien bis Mitte der 2. Halbzeit alles andere als wahrscheinlich. Schon in Hälfte eins rannten die Mannen von Trainer Kai Wandschneider, wie schon zwei Wochen zuvor gegen Kronau/Östringen, lange einem Rückstand hinterher. Zur Halbzeit lagen die Gäste aus dem Zollern-Alb-Kreis dann folgerichtig mit 14:13 in Führung, auch weil die Schiedsrichter Bartsch und Hurst einen Treffer von David Breuer kurz vor der Halbsirene die Anerkennung verweigerten.

Auch nach dem Wechsel kamen die Gäste zunächst besser aus den Startlöchern. Regisseur Alexander Job lenkte das Spiel geschickt und war auch als Torschütze erfolgreich. Mitte der 2. Halbzeit schien das Spiel beim Stande von 20:23 (46.) für die Gastgeber nicht auf ein Happy End hinaus zu laufen. Kjell Landsberg warf vom Kreis ans Lattenkreuz und der Zug schien somit endgültig abgefahren.

Doch es spricht zum wiederholten Mal in dieser Saison für die Moral und den Willen der Dormagener, dass sie sich wieder ins Spiel zurück kämpften. Besonders Alexander Koke, dem mit acht Treffern am Ende erfolgreichsten Schützen, setzte im Angriff mehrfach das Signal zur Wende. Koke war es auch, der den umjubelten Ausgleichstreffer zum 23:23 (50.) markierte. Und alles Kreisläufer Oliver Tesch sogar die 24:23-Führung gelang, stand die Halle endgültig Kopf.

Doch die Schwaben ließen sich nicht abschütteln, auch nicht als dem starken TSV-Torhüter Matthias Reckzeh mit einem sehenswerten Treffer ins leere Balinger Tor die 27:25-Führung gelang. Gästetrainer Dr. Rolf Brack hatte in diesem Moment wieder einmal anstelle von Torhüter Markus Brodbeck einen siebten Feldspieler gebracht. Doch erneut Koke und Rechtsaußen Tobias Plaz sorgten wieder für einen Zwei-Tore-Vorsprung, auch weil Torhüter Reckzeh zum wiederholten Male das Duell gegen HBW-Linkshänder Lars Klüttermann gewann.

Als Tobias Plaz erneut kaltschnäuzig zum 30:28 traf, waren noch rund 50 Sekunden zu spielen. Doch sollte den Gästen nicht mehr als das 30:29 durch den zehnten Treffer von David Szlezak gelingen. Die restlichen 20 Sekunden behielt der überragende Koke die Übersicht, als er in 4:6-Unterzahl, Meyer und Tesch saßen auf der Sünderbank, den Ball in den eigenen Reihen bis zum erlösenden Schlusspfiff nicht mehr hergab.

Während der Jubel bei den Rheinländern, die ihr letztes Pflichtspiel 2004 erfolgreich absolvierten, keine Grenzen mehr kannte, saß der Frust bei den Gästen offenbar tief. So blieb Trainer Brack der Pressekonferenz fern und machte sich stattdessen lieber Gedanken über das nächste Spiel seiner Mannschaft einen Tag vor Heiligabend, wenn es nach Oftersheim/Schwetzingen geht.

Die Spielstatistik:

TSV Bayer Dormagen - HBW Balingen-Weilstetten 30:29 (13:14)

Dormagen: Kurth, Reckzeh (1/ab 20.); Plaz (4), Breuer (1), Meyer (3), Hantusch (3), Baekhoej (n.e.), Sieberger, Wernicke (1), Aschenbroich (3), Tesch (1), Koke (8), Lochtenbergh (4/3), Landsberg (1); Trainer: Kai Wandschneider.

Balingen: Brodbeck, Slaby (1.-18., 25.-42.); Job (6), Sauer, Herth (1), Hebisch, Ettwein (1), Kischko (1), W. Strobel (4), Epple, M. Strobel (5), Guse, Szlezak (10/5), Klüttermann (1); Trainer: Dr. Rolf Brack.

SR: Bartsch/Hurst (Östringen/Bruchsal). - Z: 2.036. - Zeitstrafen: 16:16 Minuten (Tesch/zweimal, Lochtenbergh/zweimal, Plaz, Breuer, Meyer, Landsberg -Sauer, Ettwein, Kischko, Epple, M. Strobel, Guse, Klüttermann und Disqualifikation Ettwein/40. wegen Foulspiels). - Siebenmeter: 3/3:6/5 (Reckzeh hält gegen Szlezak/53.) - Spielfilm: 0:2 (4.), 2:4 (7.), 3:6 (10.), 4:7 (12.), 8:7 (18.), 8:8 (19.), 9:9 (23.), 11:9 (25.), 11:12 (28.), 12:13 (30.), 13:14 - 13:16 (34.), 15:18 (38.), 16:19 (39.), 18:19 (42.), 18:21 (45.), 20:23 (46.), 24:23 (50.), 24:24 (51.), 25:25 (53.), 27:25 (55.), 27:27 (57.), 29:27 (59.), 29:28 (59.), 30:28 (60.), 30:29.

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Autor: TsvBayerDormagen